Filme im Juli 2007
Dienstag, 10. Juli 2007 um 20.00 Uhr
Freitag, 13. Juli 2007 um 21.00 Uhr
Der Pianist
(Deutschland/ Frankreich/ Großbritannien/ Polen 2002)
40 Jahre nach seinem Oscar-nominierten Regiedebüt kehrt Meisterregisseur Roman Polanski mit DER PIANIST in seine alte Heimat zurück. Sein neuester Film spielt in Polen zur Zeit der Nazi-Barbarei.
Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) die Zeit des Leids. Gefangen in der Todesfalle des Warschauer Ghettos, kann er nur mit Glück seiner Deportation in den sicheren Tod entkommen und rettet sich in die Ruinen der Stadt. Allein, im täglichen Kampf ums nackte Überleben, geistert er durch die entvölkerte Metropole. In dieser Situation totaler Verzweiflung tröstet ihn nur seine Liebe zur Musik. Aber dann nimmt ausgerechnet ein deutscher Offizier (Thomas Kretschmann) das Risiko auf sich, den Juden zu verstecken…
Basierend auf der Bestseller-Autobiographie "Das wunderbare Überleben" des erst kürzlich verstorbenen Konzertpianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman, erzählt DER PIANIST eine ergreifende, wahre Geschichte aus dunkler deutscher Vergangenheit. Polanski, der mit einer deutsch-polnischen Crew in Warschau und Berlin drehte, verarbeitet in diesem Film aber auch eine frühe Episode seiner eigenen Lebensgeschichte: Er selbst entging als Kind nur knapp dem Konzentrationslager, seine Mutter starb in Auschwitz.
[Regie: Roman Polański/ Hauptdarsteller: Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Frank Finlay, Maureen Lipman, Emilia Fox, Ed Stoppard]
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Dienstag, 24. Juli 2007 um 20.00 Uhr
Freitag, 27. Juli 2007 um 21.00 Uhr
Geh und sieh
(SU, 1985)
Geh und sieh (russisch Иди и смотри/ Idi i smotri), auch bekannt unter dem Titel Komm und sieh, ist ein sowjetischer Antikriegsfilm des Regisseurs Elem Klimow, nach literarischen Vorlagen von Ales Adamowitsch, mit Alexei Krawtschenko in der Hauptrolle. Produziert wurde der Film von Mosfilm und Belarusfilm.
Die Handlung spielt in Weißrussland (damals BSSR) im Jahre 1943. Die Hauptfigur des Films, der fünfzehnjährige Florian, genannt Fljora, geht gegen den Willen seiner Eltern zu den Partisanen. Als er sich ihnen anschließt, sind das Leben im Wald und der Kampf gegen die Besatzer für Fljora noch ein großes Abenteuer. Doch im Laufe des Films erlebt der Junge ein Martyrium. So findet er, zwischenzeitlich in sein Dorf zurückgekehrt, einige Bewohner des Dorfes erschossen vor. Fljora erlebt den barbarischen Vernichtungskrieg der SS gegen die weißrussische Zivilbevölkerung aus nächster Nähe. Er wird Zeuge, wie die Bewohner eines anderen Dorfes in eine Scheune gesperrt und bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Am Ende des Films ist Fljora ein anderer Mensch, sein Gesicht um Jahre gealtert.
[Regie: Elem Germanowitsch Klimow/ Hauptdarsteller: Alexei Krawtschenko, Olga Mironowa, Ljubomiras Laucevicius]

Ich habe ja letzte Woche erst erfahren, dass man die Filme hier auch diskutieren kann. Zuerst muss ich mal sagen Wow tolle Filmreihe!
Die meisten von den Filmen kannte ich noch gar nicht. Es ist auch wirklich spannend zu sehen, wie die verschiedenen Länder filmisch mit der Shoa umgegangen sind.
Den Film letzten Freitag (Geh und sieh) fand ich sehr krass. Am Anfang ist er so unzugänglich und irgendwie komisch, aber dann wird er sehr gruselig. Man sieht nicht wirklich neue Bilder, aber die Art wie man aus so einer distanzierten Perspektive irgendwann unmerklich in die Handlung hineingezogen wird ist schon krass. Also am Ende sitzt man da und weiss gar nicht was man sagen soll.
Comment by Marie — July 30, 2007 @ 5:06 pm
die perspektive ist doch aber ganz persönlich durch die konzentration auf den hauptakteur fljöri. oder meinst du die distanz zum 2.wk und den rassistischen massen morden der wehrmacht und ss? die taucht ja in dieser spezifik der deutschen übermenschenideologie erst mit der erschiessung der dorfbevölkerung aus fljöris heimatdorf auf, also das bestialische. am anfang, als fljöri und sein kumpel am strand nach waffen suchen, sieht es nach einem “normalen” kriegsfilm aus, also einer normalen kriegssituation. wobei da schon eine ganz individuelle perspektive aufgemacht wird durch die zwei jungs, die als kinder ihre orientierung in den spielen der grossen männer suchen, dem krieg.
Comment by caro — August 29, 2007 @ 8:12 am