Umsonstkino RM 16

December 5, 2008

Die Tunnel von Hoyerswalde

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Montag, 08.12.2008

LIVE-HÖRKINO

"Die Tunnel von Hoyerswalde"

Hoyerswalde ist überall, überall ist Hoyerswalde 

Ein anarchistisches Hörkino der ganz besonderen Art. Eine skrupellose Live-Perfomance für die Ohren!

Einlass ist ab 19.30 Uhr. Beginn des Spektakels um 20.00 Uhr.

October 27, 2008

Aktionswoche gegen Antisemitismus 2008

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VORTRAG, FILM UND DISKUSSION

"The Protocols of Zion"

PROTOCOLS OF ZION 

Samstag, 15.11.08 im Umsonstkino RM 16 (Robert- Matzke- Straße 16 in Pieschen) um 19:30 Uhr.

Film „Protocols of Zion“ von Marc Levin mit kurzer Einführung und anschließendem Referat und Diskussion.

Als Referent zu Gast ist Malte Gebert vom Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin.

Veranstaltung im Rahmen der „Aktionswoche gegen Antisemitismus“ der Amadeu Antonio Stiftung.

Entgegen jeden Beweises glauben nach wie vor Millionen von Menschen in aller Welt, die Juden seien verantwortlich für die Zerstörung des World Trade Centers am 11.Sept.2001. Diese abstruse Theorie ist eine moderne Inkarnation der berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion“ – der Fälschung eines angeblichen Masterplans der Juden zur Beherrschung der Welt.
Der erstaunliche Erfolg der Protokolle führte zur Übersetzung in zahlreiche Sprachen und machte das Werk zeitweise zum meistgelesensten Buch nach der Bibel. Obwohl seine Inhalte in zahllosen Gerichtsprozessen und Publikationen als Fälschung entlarvt wurden, hat das Machwerk bis heute nichts von seiner Popularität eingebüßt.
Der jüdische Filmemacher Marc Levin begab sich in dem Dokumentarfilm „Protocols of Zion“ mit seinem Vater auf die Suche nach den Ursprüngen der „Protokolle“ und den Gründen ihrer Neubelebung in der Welt des 21. Jahrhunderts.
Malte Gebert, welcher über die „Protocols of Zion“ am Zentrum für Antisemitismusforschung promoviert, wird einen vertiefenden Vortrag über die Geschichte der Protokolle, sowie den heutigen Erscheinungsformen halten.

January 6, 2008

„Je ne sais pas quoi faire“- die Nouvelle Vague

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Während in Frankreich die Nouvelle Vague seit ihrem Auftreten eine anhaltende Rezeption erfahren hat und erfährt, ist die deutschsprachige Literatur in einem sehr überschaubaren Rahmen. 2006 ist eine äußerst umfassende Lückenschließerin im Bender Verlag erschienen (Grob/ Kiefer/ Klein/ Stiglegger (Hrsg.): „Nouvelle Vague“, 222 Seiten, 12,90, Bender Verlag).

Ende der 50’er Jahre machten sich einige junge französische Regiesseur_innen daran, das althergebrachte „cinéma de qualité“ mit seinen gewöhnlichen Bildern, vorausschaubaren Erzählungen, bieder und brav dargestellten Personen zu verändern. Den Regiseur_innen, sowie Publizist_innen von den Cahiers du Cinéma- u.a. Truffaut, Godard, Chabrol, Rivette- ging es darum, dass der_die Autor_in in den Vordergrund rückt. Die Sicht des_der Autor_in auf die Welt (cinéma des auteurs) muss durch den Inhalt eines Filmes deutlich werden.

 

Eine sehr gelungene Annäherung an eine Definition der Nouvelle Vague gibt der Einführungsessay im Buch her. Kiefer und Grob versuchen den facettenreichen Umfang der Nouvelle Vague verbal einzufangen.

Neben weiteren ausführlichen Essays über die Bildlichkeit der Nouvelle Vague, das „cinéma des autuers“, den Versuch, das ganze Leben mit der Kamera darzustellen und zu zeigen und den wichtigsten Regisseur_innen, werden die bekanntesten Schauspieler_innen vorgestellt. Manch eine_r der Leser_innen hätte sich hier aber bestimmt um etwas ausführlichere Portraits gefreut. Dies ist sicherlich dem Umfang des Buches geschuldet.

Erwähnenswert ist noch der Essay „Es ging fast immer um die Liebe“ von Manuela Reichart, welcher die Darstellung von Frauen in den Filme der Nouvelle Vague reflektiert: „Es sind moderne, selbstbewusste Frauen, die um ihre Rolle im Liebeskampf wissen, die realistisch sind und doch die Liebessehnsucht in ihren Zügen tragen […]“ (S.110). Immerhin: Frauen wurden anders als bisher gezeigt, aber die Politik der Liebe kommt nie zu kurz.

Dieses Buch eignet sich hervorragend zu einem Gesamtüberblick über die Nouvelle Vague. Allzu spezifische Fachtermini werden vermieden und alles in allem erscheint der Band als gut lesbar und informativ.

November 5, 2007

Filme im November 2007

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Freitag, 16.11.2007 um 19.00 Uhr

Mein Vater der Massenmörder

Diskussion und Film mit und von Beate Niemann

"Der gute Vater. Eine Tochter klagt an"

Ein ganzes Jahr lang hat der Dokumentarfilmer Yoash Tatari Beate Niemann bei ihrer Arbeit begleitet. Ihr Vater, der Ausgangspunkt ihrer Spurensuche, hatte nach der Verschleppung aus Westberlin 1947 den Rest seines Lebens in einem DDR-Gefängnis verbracht. Bei dem Versuch ihn zu rehabilitieren, war Beate Niemann nicht auf die erwartete Geschichte vom "armen unschuldigen Vater" gestoßen. Was sie Stück für Stück zu Tage förderte, war die Biographie eines Massenmörders, der sich aktiv an den Verbrechen im Nationalsozialismus beteiligt hatte.

Die Aufdeckung von Täter_innenbiographien, so wie es von Beate Niemann gemacht wurde, stellt leider immer wieder einen Tabubruch für die "bequeme" Geschichtsaufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus dar. Sie macht deutlich, dass Nazis eben nicht irgendwelche Eliten waren, der die deutsche Bevölkerung zum Opfer fiel, sondern dass ganz normale Menschen bereitwillig zu Massenmördern, Mitwissenden und überzeugten Nazis wurden und so das nationalsozialistische Gesellschaftssystem mitgetragen haben und formten.

 

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Freitag, 30.11.2007 um 21.00 Uhr

 

Deutschland im Jahr Null

(Italien, 1948)

 

Deutschland im Jahr Null 

Deutschland im Jahre Null ist der dritte Film aus einer Neorealismus-Trilogie von Roberto Rossellini. Der Film zeigt die Geschichte eines 12-jährigen Jungen, der sich im Nachkriegsdeutschland in einer Welt, die durch Hunger und Überlebenskampf geprägt ist, um den Lebensunterhalt seiner Familie kümmern muss. Der Film wurde im Sommer 1947 im zerbombten Berlin gedreht.

 Dem Film sind gesprochene Erläuterungen des Regisseurs vorangestellt. Rossellini erklärt, dass es ihm mit dem Film allein um eine objektive Bestandsaufnahme zu der Situation im Berlin des Jahres 1947 gehe. Zuletzt fügt er noch hinzu:
„Sollte jedoch jemand glauben, nachdem er diese Geschichte von Edmund Köhler miterlebt hat, es müsste etwas geschehen, man müsste den deutschen Kindern beibringen, das Leben wieder lieben zu lernen, dann hätte sich die Mühe desjenigen, der diesen Film gemacht hat, mehr als gelohnt.“

Edmund hat Arbeit beim Gräber-Ausheben auf einem Friedhof. Da er langsamer schaufelt als die erwachsenen Arbeitskräfte, fällt er auf. Es kommt heraus, dass er keine „Arbeitskarte“ hat, und er muss den Friedhof verlassen.

Auf dem Heimweg sieht er ein Pferd auf der Straße liegen, das offenbar soeben verendet ist. Sofort haben sich etliche Leute um das Tier versammelt. Einer schneidet an dem Tierkadaver herum, um an ein Stück Fleisch zu gelangen.

Zuhause angekommen erfährt Edmund, dass es Probleme mit den Stadtwerken gibt. Der Vertreter der Stadtwerke, der ins Haus gekommen ist, lässt sich jedoch mit kleinen Geschenken zu einem nachsichtigen Verhalten überreden.

Der Hauseigentümer Rademacher übergibt Edmund eine Waage, damit er sie auf dem Schwarzmarkt verkauft. Edmund gerät damit an einen Händler, der betrügerische Absichten hegt. Zuletzt hat er statt der gewünschten 300 Mark nur zwei Konservendosen bekommen und wird von Rademacher beschuldigt, das Geld unterschlagen zu haben.

Rademacher beklagt sich darüber, dass Edmunds Vater in der Nacht oft stöhnt: „Das dauernde Gejammer und Gewimmere von deinem Vater … Warum verreckt der nicht - damit wir unsere Ruhe haben.“

Edmund begegnet seinem ehemaligen Lehrer Enning. Dieser sucht körperlichen Kontakt zu Edmund. Doch der Knabe erkennt nicht, dass Ennings Interesse sexuell getönt ist und bleibt ihm gegenüber bei einer naiv-vertrauensvollen Grundhaltung.

Edmund bekommt von Enning eine Schallplatte mit einer Rede von Hitler ausgehändigt. Er soll die Schallplatte zur Reichskanzlei tragen und dort an Soldaten der Alliierten verkaufen. Das gelingt ihm auch; von dem Erlös kann er zehn Mark behalten.

Anschliessend trifft er seine Freunde Jo und Christel. Auch diesen gegenüber muss er auf der Hut sein. Ein angebliches Stück Seife, das er von Jo verkauft bekommt, stellt sich als eine Verpackung ohne Inhalt heraus.

Ein Arzt wird zum kranken Vater gerufen und diagnostiziert Herzschwäche und einen schlechten Allgemeinzustand. Er überweist ihn in ein Krankenhaus. Dort bekommt der Vater nach langer Zeit mal wieder ordentliches Essen.

Als man den Vater aus dem Krankenhaus zurückerwartet, wendet sich Edmund mit der Bitte um Hilfe an Enning und bekommt von diesem folgenden Rat: „Um ihn am Leben zu erhalten, könnt ihr doch nicht alle verhungern. […] Schau dir die Natur an. Die Schwachen werden vernichtet, damit die Starken bleiben. Man muss eben den Mut haben, die Schwachen verschwinden zu lassen. Darüber musst du dir klar sein, mein Junge. Es geht darum, dass wir uns retten.“

Der Vater ist wieder im Haus der Familie. Es gibt kaum was zu essen für ihn, nur ein paar Kartoffeln. Edmund bereitet dem Vater einen Tee, in den er etwas von einem Gift mischt, das er an sich genommen hat, als er den Vater im Krankenhaus besucht hat. Der Vater trinkt den vergifteten Tee und stirbt bald darauf. Die Mitbewohner, die sich an seinem Totenbett versammeln, kommen zu dem Ergebnis, dass er verhungert sei.

Edmund geht zu Enning und erklärt ihm: "Ich habe es getan." Als dem Lehrer klar wird, dass Edmund den Vater ermordet hat, packt ihn die Sorge, er könnte als Anstifter angeklagt werden. Er distanziert sich heftig von Edmund und nennt ihn ein Ungeheuer. Gleich darauf erklärt er jedoch: "Wir werden schon einen Weg finden." Edmund jedoch läuft erschreckt davon.

Er läuft durch die Straßen von Berlin. Als er versucht, sich einer Gruppe von Fußball spielenden Kindern anzuschließen, wird er abgewiesen. Für längere Zeit hält er sich in einer Ruine auf, die dem Wohnhaus seiner Familie gegenüberliegt. Er sieht und hört, dass die Schwester nach ihm ruft, antwortet jedoch nicht. Der Zuschauer hat zu diesem Zeitpunkt bereits in Andeutungen erfahren, dass er mit dem Gedanken spielt, sich das Leben zu nehmen.

September 30, 2007

Filme im Oktober 2007

Freitag, 26.10.07: Vorstellung entfällt!

Die Kinovorstellung am 26.10.07 fällt leider aus! 

 

Die Ehe der Maria Braun

(BRD, 1979)

 Die Ehe der Maria Braun

Maria Braun ist fleißig und ehrgeizig, pragmatisch, berechnend und zielstrebig. Sie personifiziert gewissermaßen die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft. Während der Abwesenheit ihres Ehemanns lässt sie sich zunächst mit einem amerikanischen Soldaten, dann mit einem Unternehmer ein, weil diese ihr nützlich sind, macht ihnen aber auch nichts vor. Maria Braun ist keine femme fatale, sondern versucht nur, jeweils das Beste aus einer Situation zu machen und arbeitet unverdrossen daran, für sich und Hermann eine neue Existenz aufzubauen.

Bei Rainer Werner Fassbinders Drama "Die Ehe der Maria Braun" handelt es sich um ein sarkastisches Bild der deutschen Nachkriegsgesellschaft. In den ästhetischen Bildern des Kameramannes Michael Ballhaus wird die menschliche Kälte spürbar. Hanna Schygulla erhielt für diese Rolle bei den Filmfestspielen in Berlin 1979 einen "Silbernen Bären".

"Die Ehe der Maria Braun" gehört zusammen mit "Lola" und "Die Sehnsucht der Veronika Voss" zu einer Trilogie Rainer Werner Fassbinders über die Fünfzigerjahre in der Bundesrepublik Deutschland.

Einen Tag nach der Hochzeit während eines Luftangriffs im Jahr 1943 muss Hermann Braun (Klaus Löwitsch) an die Front. Seine Frau Maria (Hanna Schygulla) bleibt allein bei ihrer verwitweten Mutter (Gisela Uhlen) und ihrem Großvater (Anton Schiersner) zurück.

Als der Krieg endet, gilt Hermann als vermisst, und Willi Klenze (Gottfried John) – der Mann von Marias Freundin Betti (Elisabeth Trissenaar) – behauptet nach seiner Heimkehr aus der Gefangenschaft, Hermann sei tot. Maria nimmt ihr Leben selbst in die Hand. Sie schlägt sich als Bardame durch und lässt sich auf ein Verhältnis mit dem gutmütigen schwarzen GI Bill (Greg Eagles) ein, der sich in sie verliebt hat und ihr großzügig Nylonstrümpfe und amerikanische Zigaretten beschafft.

Da kehrt plötzlich Hermann zurück. Maria erschlägt Bill mit einer Flasche, doch Hermann nimmt die Tat auf sich und verbüßt daraufhin eine mehrjährige Haftstrafe. Währenddessen arbeitet Maria im Büro des aus der Emigration zurückgekehrten Textilindustriellen Karl Oswald (Ivan Desny), der unheilbar krank ist und ihr für ihre Geschäftstüchtigkeit und ihrer Bereitschaft, mit ihm zu schlafen, eine großzügige Erbschaft in Aussicht stellt. Auf diese Weise versucht Maria am Wirtschaftswunder teilzuhaben und für sich und Hermann eine neue Existenz aufzubauen. "Ich bin eine Meisterin der Täuschung", sagt sie einmal, "ein Werkzeug des Kapitalismus bei Tag, und bei Nacht eine Agentin der proletarischen Massen; die Mata Hari des Wirtschaftswunders."

Während der Haft lässt Hermann sich von Karl Oswald, der Maria in den letzten Jahren seines Lebens für sich allein haben möchte, zu einer heimlichen Abmachung überreden: Als Gegenleistung dafür, dass der Unternehmer das Ehepaar Braun als Alleinerben einsetzt, wandert er nach seiner Freilassung für einige Zeit allein nach Kanada aus.

Nach Karl Oswalds Tod, als Hermann Braun es selbst zu etwas gebracht hat, kommt er wieder. Jetzt erst erfährt Maria, warum er nach Kanada ging. Absichtlich oder unabsichtlich vergisst sie, den Gasherd abzudrehen. Als Hermann eine Zigarette anzündet, sprengt er sich und seine Frau mit dem von ihr inzwischen errichteten Haus in die Luft – gerade als das entscheidende Tor fällt, mit dem die deutsche Nationalelf 1954 Fußball-Weltmeister wird.

[Regie: Rainer Werner Fassbinder; Darsteller:  Hanna Schygulla, Klaus Löwitsch, Ivan Desny, George Byrd, Gisela Uhlen, Hark Bohm, Gottfried John, Günter Lamprecht, Elisabeth Trissenaar, Claus Holm, Volker Spengler, Liselotte Eder, Rainer Werner Fassbinder, Lilo Pempeit, Sonja Neudorfer, Günther Kaufmann, Karl-Heinz von Hassel, Peter Berling]

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Freitag, 12.10.07 um 21.00 Uhr

Die Mörder sind unter uns

(SBZ, 1946)

Die Mörder sind unter uns 

Zwei Menschen kehren 1945 nach Berlin zurück. Susanne Wallner (Hildegard Knef), trotz schrecklicher Erlebnisse in einem Frauen-Konzentrationslager, ist noch von Lebenswillen durchdrungen, während der Offizier und Arzt Dr. Mertens resigniert hat; in Polen musste er trotz seines Widerspruchs Zeuge einer Erschießung unschuldiger Geiseln werden, die sein Vorgesetzter am Weihnachtsabend angeordnet hatte. Zynisch kommentiert Mertens jede auf Zukunft gerichtete Lebenseinstellung.

Susanne trifft den alkoholisierten Mann in ihrer ehemaligen Wohnung an und beginnt ihn trotz seines abweisenden Verhaltens zu lieben. Sie kümmert sich um die zerstörte Wohnung, erträgt seine destruktiven Kommentare, kritisiert ihn aber auch und bewirkt, dass er wieder Mut zu fassen beginnt. Ihre Beziehung entwickelt sich zu einem Liebesverhältnis, doch Mertens wird von der Vergangenheit eingeholt. Er trifft auf seinen ehemaligen Vorgesetzten in der Gestalt des erfolgreichen Fabrikanten Brückner und beschließt nun, ihn zu töten.

Der erste Spielfilm der DEFA - ein Welterfolg.

[Regie: Wolfgang Staudt; Hauptdarsteller: Hildegard Knef, Wilhelm Borchert, Arno Paulsen]

August 28, 2007

Filme im September 2007

Dienstag, 25.09.2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 28.09.2007 um 21.00 Uhr

Rom. Offene Stadt.

(Italien, 1945)

Rom. Offene Stadt. 

Rom, offene Stadt ist ein italienischer Spielfilm aus dem Jahr 1945. Er wurde noch während des Krieges vorbereitet und ist ein Vertreter des italienischen Neorealismus.

Geschildert werden die Aktivitäten einer römischen Widerstandsgruppe während des Zweiten Weltkrieges. Ihre Mitglieder geraten dabei ins Visier der Gestapo und werden wenig später gefasst, die Verlobte eines Mitglieds dabei auf offener Straße getötet. Der Widerstand befreit zwei von ihnen, eine enttäuschte Liebhaberin verrät sie jedoch erneut. Ein ranghoher Führer der Gruppe kommt bei den anschließenden Folterungen ums Leben, ein Priester wird hingerichtet.

Basierend auf miteinander verbundenen Episoden werden mehrere Charaktere dargestellt, so die verschiedenen Mitglieder des Widerstands, von denen einer eine Beziehung zu einer verwitweten Mutter hat, die er zu heiraten plant. Der Priester sieht die Unterstützung als Erfüllung seiner Glaubespflicht an. Es treten verschiedene Polizisten auf, die zum Teil mit den Deutschen zusammenarbeiten, zum Teil einfach nur ihre Arbeit machen wollen. Auch die Deutschen werden differenziert dargestellt. Der örtliche Leiter der Gestapo verachtet die minderwertigen Italiener, ein anderer Offizier erkennt, dass das Verhalten der Deutschen nur Hass und Widerstand schürt. Dass die Widerständler gefasst werden, liegt schließlich nur an der Kollaboration ihrer Landsleute, die aus finanziellen Gründen oder weil sie sich an den Männern rächen wollen mit den Besatzern zusammenarbeiten.

Das Drehbuch entstand unter Mitwirkung von Federico Fellini. Es basiert auf tatsächlichen Ereignissen, die Roberto Rossellini in einem sehr sachlichen, dokumentarischen Stil verfilmte. Der Film bildete den Auftakt zu Rossellinis Neorealistischer Trilogie (siehe auch Paisà, 1946 und Deutschland im Jahre Null, 1948)

Von den Schauspielern des Ensemble-Filmes ist aus heutiger Sicht lediglich Anna Magnani bekannt, für die der Film den Grundstein ihrer Weltkarriere darstellte.

Weil nach der damaligen Einschätzung der FSK "‚völkerverhetzende’ Wirkungen" zu befürchten waren, war die Vorführung des Films von 1950 bis 1961 in der Bundesrepublik Deutschland verboten.

 

 

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Dienstag, 11.09.2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 14.09.2007 um 21.00 Uhr

Ostatni Etap

(Polen, 1948)

Die letzte Etappe

Die letzte Etappe (Ostatni Etap) ist ein polnischer Spielfilm aus dem Jahre 1948. Es ist der erste Spielfilm der Dokumentarfilmerin Wanda Jakubowska und der erste Spielfilm der Filmgeschichte, der das Leben im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zum Thema hat. Wanda Jakubowska überlebte in Auschwitz eine mehrjährige Haft bis zur Befreiung durch die Rote Armee. Das Drehbuch basiert auf ihren Erlebnissen und denen anderer Frauen.

Der Film erzählt das Schicksal mehrerer Frauen im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Im Krankenlager formen Frauen eine kleine Zelle von Widerstandskämpferinnen. Die polnische Jüdin Marta Weiss kommt mit ihrer Familie ins Lager Auschwitz-Birkenau und arbeitet für den Lagerkommandanten als Übersetzerin, während ihre Familie ermordet wird. Marta hilft anderen Mitgefangenen und engagiert sich in der kleinen Widerstandsgruppe. Helena versteckt in der Krankenstation die französische Gefangene Michèle. Eugenia ist eine russische Ärztin, die den Kranken hilft und unter dem Verdacht des Widerstandes gefoltert und ermordet wird. Die deutsche Kommunistin Anna wehrt sich ebenfalls gegen die sadistischen Ärzte im Krankenlager und kommt dafür in Bunkerhaft. Kurz vor der Befreiung des Vernichtungslagers durch die Rote Armee versucht Marta aus dem Lager zu fliehen, wird dabei gefasst und zum Tode verurteilt. Die Rote Armee befreit schließlich das Lager. Der Film endet mit den Worten der sterbenden Marta an die russischen Soldaten: „Erlaubt nicht, dass Auschwitz sich wiederholt!“

Der Film benutzt dokumentarische Originalaufnahmen, die von Filmoffizieren der Roten Armee gedreht wurden. Die Dreharbeiten fanden 1947 an Originalschauplätzen statt. Der Film erlebte seine Uraufführung am 28. März 1948. Regieassistent von Wanda Jakubowska war bei diesem Film der spätere Starregisseur Jerzy Kawalerowicz.

 

July 28, 2007

Filme im August 2007

Filed under: Aktuelles Programm

Dienstag, 21.08.2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 24.08.2007 um 21.00 Uhr 

Rosenstraße

(Niederlande/Deutschland, 2003)

 Film: Rosenstraße

Die New Yorkerin Ruth Weinstein (JUTTA LAMPE) hat soeben ihren Ehemann beerdigt. In ihrem Schmerz besinnt sie sich auf ihre jüdisch-orthodoxe Religion und ordnet für die ganze Familie 30 Tage Trauer an. Überdies lehnt sie die Heirat ihrer Tochter Hannah (MARIA SCHRADER) mit dem Südamerikaner Luis (FEDJA VAN HUÊT) ab.

Das stößt bei Hannah auf völliges Unverständnis. Um den Grund für das Verhalten ihrer Mutter, die nie über ihre Vergangenheit ein Wort verloren hat, herauszubekommen, begibt sich Hannah auf Spurensuche nach Berlin. Dort setzt sie sich mit der 90-jährigen Lena Fischer (DORIS SCHADE) in Verbindung, die endlich die Mauer des Schweigens bricht…

Als junge Frau hatte Lena Fischer (KATJA RIEMANN) die kleine Ruth in der Berliner Rosenstraße angetroffen. Dort versammelten sich im Jahre 1943 Hunderte von Frauen, um gegen den Abtransport ihrer jüdischen Männer, die dort in dem zum Gefängnis umfunktionierten jüdischen Versorgungsamt festgehalten wurden, zu demonstrieren. Lena sucht hier nach ihrem Mann Fabian (MARTIN FEIFEL) und Ruth nach ihrer Mutter.

Nach einem verzweifelten Kampf mit den nationalsozialistischen Behörden, bei dem auch Lenas Bruder Arthur (JÜRGEN VOGEL), ein verwundeter Wehrmachtsoffizier, aktiv wird, geschieht tatsächlich das Unglaubliche. Die Tore des Gefängnisses öffnen sich, und wie viele andere Frauen auch kann Lena ihren geliebten Mann tatsächlich wieder in die Arme schließen. Ruths Mutter aber bleibt verschwunden und so nimmt Lena die Kleine auf und rettet ihr damit in den Wirren der letzten Kriegsjahre das Leben…

Mit einem beeindruckenden Ensemble erstklassiger nationaler und internationaler Schauspieler, das von Katja Riemann („Die Apothekerin“), Maria Schrader („Aimée und Jaguar“) und Jürgen Vogel („Das Leben ist eine Baustelle“) angeführt wird, erzählt die renommierte und mehrfach preisgekrönte Filmemacherin Margarethe von Trotta („Rosa Luxemburg“, „Die bleierne Zeit“) die authentisch verbriefte Geschichte aus dem Berlin des Jahres 1943.

Was dort geschah, geht auf die Zivilcourage einiger engagierter Frauen zurück und bewahrte viele Menschen vor dem sicheren Tod. Darüber hinaus ist „Rosenstraße“ ein aufwändig produziertes, mit viel Gespür für historische Details inszeniertes Drama um Freundschaft und Solidarität, ein eindrucksvolles Beispiel bedingungsloser Liebe.

[Regie: Margarethe von Trotta - Darsteller: Katja Riemann, Maria Schrader, Martin Feifel, Jürgen Vogel, Jutta Lampe, Doris Schade, Fedja van Huêt, Carola Regnier, Svea Lohde]

 

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Dienstag, 07.08.2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 10.08.2007 um 21.00 Uhr 

Le Dernier Métro

(Frankreich, 1980)

 Film: Die letzte Metro

Ein Theater in Paris, 1942. Marion Steiner, Ehefrau des Inhabers und Juden Lucas Steiner, hat die Leitung des Theaters übernommen, seitdem dieser angeblich aus der besetzten Zone geflohen ist…

François Truffaut erzählt mit einer hervorragenden Besetzung eine Geschichte über das Leben und die Kunst, die auch zu Kriegszeiten überleben muss.

Marion Steiner, Lucas Steiners Ehefrau, hat die Leitung von dessen kleinen Theater auf dem Montmartre übernommen. Lucas nämlich, deutscher Jude, hält sich im Keller des Theaters versteckt - offiziell ist er aus der besetzten Zone geflohen. Durch ein Heizungsrohr verfolgt er die Proben des neuen Stückes "Die Verschollene", welches das Theater wieder in Schwung bringen soll. Lucas’ einziges Bindeglied nach außen ist seine Frau Marion, die ihn abends nach den Proben im Keller besuchen kommt, für ihn kocht, und ihm Mut zuspricht. Im Kontrast zu dieser düsteren Kellerwelt tobt oben das bunte Theaterleben - die Schauspieler streiten sich, vertragen sich, Liebesgeschichten entstehen und entwirren sich, alle arbeiten hart daran, in dieser Zeit des Notstands und der Sanktionen, zu überleben. Zu der ohnehin schon schwierigen Lage kommt hinzu, dass Marion sich in den Hauptdarsteller des Stückes, Bernard Granger, verliebt, und dass sich der mit den Nazis kollaborierende Journalist Daxiat die Leitung des Theaters unter den Nagel reißen will…

Der Film "Die letzte Metro" gewann 1981 zehn Césars: Zwei davon gingen an die Hauptdarsteller Catherine Deneuve und Gérard Depardieu, François Truffaut erhielt den César für den besten Film, die beste Regie und das beste Drehbuch. Im selben Jahr wurde der Film für einen Oscar und einen Golden Globe nominiert. François Truffaut, bekannt dafür, dass er seine Filme oft den Frauen und seiner Liebe zu den Frauen widmete, zeigt auch hier eine starke Persönlichkeit:Catherine Deneuve glänzt in der Rolle der Marion Steiner als eine starke Frau mit Klasse, die jeder Situation gewachsen zu sein scheint und nicht immer rational handeln muss, um richtig zu handeln.

[Regie: François Truffaut/ Hauptdarsteller: Catherine Deneuve, Gérard Depardieu, Jean Poiret, Heinz Bennet, Andréa Ferreol, Paulette Dubost]

June 27, 2007

Filme im Juli 2007

Filed under: Aktuelles Programm

Dienstag, 10. Juli 2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 13. Juli 2007 um 21.00 Uhr

Der Pianist

(Deutschland/ Frankreich/ Großbritannien/ Polen 2002)

 Der Pianist 

40 Jahre nach seinem Oscar-nominierten Regiedebüt kehrt Meisterregisseur Roman Polanski mit DER PIANIST in seine alte Heimat zurück. Sein neuester Film spielt in Polen zur Zeit der Nazi-Barbarei.

Mit dem Einmarsch der Deutschen in Polen beginnt auch für den gefeierten polnisch-jüdischen Pianisten Wladyslaw Szpilman (Adrien Brody) die Zeit des Leids. Gefangen in der Todesfalle des Warschauer Ghettos, kann er nur mit Glück seiner Deportation in den sicheren Tod entkommen und rettet sich in die Ruinen der Stadt. Allein, im täglichen Kampf ums nackte Überleben, geistert er durch die entvölkerte Metropole. In dieser Situation totaler Verzweiflung tröstet ihn nur seine Liebe zur Musik. Aber dann nimmt ausgerechnet ein deutscher Offizier (Thomas Kretschmann) das Risiko auf sich, den Juden zu verstecken…

Basierend auf der Bestseller-Autobiographie "Das wunderbare Überleben" des erst kürzlich verstorbenen Konzertpianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman, erzählt DER PIANIST eine ergreifende, wahre Geschichte aus dunkler deutscher Vergangenheit. Polanski, der mit einer deutsch-polnischen Crew in Warschau und Berlin drehte, verarbeitet in diesem Film aber auch eine frühe Episode seiner eigenen Lebensgeschichte: Er selbst entging als Kind nur knapp dem Konzentrationslager, seine Mutter starb in Auschwitz.

[Regie: Roman Polański/ Hauptdarsteller: Adrien Brody, Thomas Kretschmann, Frank Finlay, Maureen Lipman, Emilia Fox, Ed Stoppard]

 

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Dienstag, 24. Juli 2007 um 20.00 Uhr

Freitag, 27. Juli 2007 um 21.00 Uhr

Geh und sieh

(SU, 1985) 

Geh und sieh 

Geh und sieh (russisch Иди и смотри/ Idi i smotri), auch bekannt unter dem Titel Komm und sieh, ist ein sowjetischer Antikriegsfilm des Regisseurs Elem Klimow, nach literarischen Vorlagen von Ales Adamowitsch, mit Alexei Krawtschenko in der Hauptrolle. Produziert wurde der Film von Mosfilm und Belarusfilm.

Die Handlung spielt in Weißrussland (damals BSSR) im Jahre 1943. Die Hauptfigur des Films, der fünfzehnjährige Florian, genannt Fljora, geht gegen den Willen seiner Eltern zu den Partisanen. Als er sich ihnen anschließt, sind das Leben im Wald und der Kampf gegen die Besatzer für Fljora noch ein großes Abenteuer. Doch im Laufe des Films erlebt der Junge ein Martyrium. So findet er, zwischenzeitlich in sein Dorf zurückgekehrt, einige Bewohner des Dorfes erschossen vor. Fljora erlebt den barbarischen Vernichtungskrieg der SS gegen die weißrussische Zivilbevölkerung aus nächster Nähe. Er wird Zeuge, wie die Bewohner eines anderen Dorfes in eine Scheune gesperrt und bei lebendigem Leibe verbrannt werden. Am Ende des Films ist Fljora ein anderer Mensch, sein Gesicht um Jahre gealtert.

[Regie: Elem Germanowitsch Klimow/ Hauptdarsteller: Alexei Krawtschenko, Olga Mironowa, Ljubomiras Laucevicius]

May 27, 2007

Filme im Juni 2007

Filed under: Aktuelles Programm

Dienstag, 12.06. um 20.00 Uhr

Am 15.06.2007 entfällt die Vorstellung des Umsonstkino RM 16.

Zug des Lebens

(Israel/ Frankreich/ Belgien/ Niederlande/ Rumänien, 1998)

Zug des Lebens

Zug des Lebens ist eine israelisch/französisch/belgische/niederländische Film-Produktion in Form einer Tragikomödie von Radu Mihaileanu aus dem Jahre 1998 (Französischer Originaltitel Train de vie).

Im Jahr 1941 erfahren die Einwohner eines osteuropäischen Schtetls von den Deportationen der Juden in Konzentrationslager. Der „Rat der Weisen“ tagt, kann sich jedoch zu keiner Lösung durchringen, bis dem Dorftrottel Schlomo die aberwitzige aber rettende Idee kommt: Ein falscher Deportationszug!

Alte Waggons und eine nahezu schrottreife Lokomotive werden angekauft und generalüberholt, Uniformen werden geschneidert, Papiere und Ausweise werden gefälscht und ein Archivar der Eisenbahn als Lokomotivführer engagiert. Eine Reise ins Ungewisse beginnt. Die SS sucht die Juden des Schtetls, der Bürgermeister wird verhört, die Synagoge mit ihren alten Büchern, die Wohnhäuser, die zurückgelassenen Habseligkeiten gehen in Flammen auf. Auch eine kleine Gruppe von Widerstandskämpfern, die den Deportationszug für echt hält, versucht immer wieder vergeblich einen Streckenabschnitt zu sprengen, um die Durchfahrt zu verhindern. Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen beobachten sie die Juden in deutschen Uniformen beim Gebet mit den „Deportierten“ und geben nun völlig verwirrt auf.

Ein kleines Stück vor der russischen Grenze angekommen, wird der Zug abermals von SS-Soldaten angehalten. Nach kurzem Schock stellt sich heraus, dass es Zigeuner sind, die den gleichen Einfall wie die Juden hatten. Sie freunden sich an und fahren nun gemeinsam weiter. Als sie der Karte nach die russische Grenze erreichen und nicht finden, schlagen direkt neben dem Zug Granaten ein, die von beiden Seiten abgeschossen werden: mithin ist also die Front zwischen deutschen und russischen Truppen erreicht. Die Flucht scheint also gelungen. In der letzten Szene berichtet Schlomo, dass die Juden und Zigeuner die weitere Reise nach Palästina und sogar nach Amerika gelungen sei. Doch in der allerletzten Kameraeinstellung sieht man nicht nur sein Gesicht, sondern auch seine KZ-Häftlingskleidung. „Das ist die wahre Geschichte meines Schtetls - a no: fast die wahre.“

[Regie und Buch: Radu Mihaileanu/ Hauptdarsteller: Lionel Abelanski (Schlomo), Rufus (Mordechai), Clément Harari (Rabbi), Michel Muller (Jossi), Agathe de la Fontaine (Esther), Johan Leysen (Schmecht), Bruno Abraham-Kremer (Yankele)]

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Dienstag, 26.06. um 20.00 Uhr

Freitag, 29.06. um 21.00 Uhr

Wir müssen zusammenhalten

(Tschechien, 2000)

Wir muessen zusammenhalten

Jan Hrebejks oscarnominierte Tragikomödie ist eine bizarre Mischung aus liebenswertem Schwejk’schen Galgenhumor und schwarzem jüdischem Humor.

In einer tschechischen Kleinstadt, 1943. Josef und Marie Cizek, ein kinderloses Ehepaar bekommen ab und zu Besuch vom Sudetendeutschen Horst. Josef nennt ihn nur verächtlich den "Händehoch", der unter den Nazis Karriere machte und sich ein wenig in Marie verguckt hat.

Josef dagegen ist ein grantelnder, tschechischer Patriot, der eigentlich nie ein Risiko eingehen würde. Die relative Ruhe wird gestört durch den jungen David Wiener, der aus einem KZ in Polen geflohen ist. David ist der Sohn des jüdischen Industriellen, der einmal der Arbeitgeber von Josef und Horst war. Josef will zwar helfen, aber nicht sein Leben riskieren.

Ohne wirkliche Überzeugung versteckt er den jungen Mann in der geheimen Speisekammer, wo die Cizeks, wie so viele in diesen schweren Zeiten, ihr geräuchertes Schweinefleisch horten. Vor allem die überfallartigen Besuche von Horst gefährden immer wieder das Leben der unfreiwilligen Helfer. Um nicht weiter aufzufallen, nimmt Josef gegen seine Überzeugung einen Job bei der deutschen Besatzungsmacht an.

Seine Frau mußs sich unterdessen der plumpen Annäherungsversuche von Horst erwehren. Nachdem sie ihn eines Tages zurückweist, will sich Horst rächen und den Cizeks einen Nazi einquartieren. Da behauptet Marie, sie sei schwanger. "Die Zeiten sind brutal und schonen keinen", droht Horst den Cizeks und will Beweise sehen.

Und weil Josef keine Kinder zeugen kann, mußs David aushelfen - und das, wo über dem Ehebett ein Christusbild hängt …

[Regie: Jan Hrebejk/ Darsteller: Boleslav Polivka, Anna Sisková, Jaroslav Dusek]

April 30, 2007

Filme im Mai 2007

Filed under: Aktuelles Programm

Dienstag, 08. Mai und Freitag, 11. Mai 2007

20.00 Uhr

Befreiung! Die Schlacht um Berlin.

(SU, 1971)

Befreiung

Ein sowjetischer Monumentalfilm: Die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. In schweren Straßen- und Häuserkämpfen versuchen die sowjetischen Soldaten Berlin einzunehmen. Im Garten der Neuen Reichskanzlei verschanzt sich tief unter der Erde im “Führerbunker“ die nationalsozialistische Regimespitze. Als bekannt wird, dass sich die gegnerischen Kräfte unterirdisch im U-Bahntunnel auf den Bahnhof Kaiserhof und damit auf die Reichskanzlei zubewegen, gibt Hitler den Befehl die Spreeschleusen zu öffnen und reißt damit Tausende Schutzsuchende in den Tod. Trotzdem ist der Stoß ins Zentrum Berlins und die Eroberung des Reichstags nicht mehr aufzuhalten.

[Regie: Juri Oserow/ Produzent: Mosfilm-Studio/ Darsteller: Michail Uljanow, Nikolai Oljalin, Wassili Schukschin, Waleri Nossik, Juri Kamorny, Fritz Diez (Adolf Hitler), Angelika Waller, Horst Giese, Gerd Michael Henneberg (General Wilhelm Keitel), Hannjo Hasse (Kluge), Peter Sturm (General Alfred Jodl)]

Am 08. Mai gibt es zum Film Befreiungscocktails und eine Party im Anschluss.

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Dienstag, 22. Mai und Freitag, 25. Mai 2007

20.00 Uhr

Jakob der Lügner

(DDR, 1974)

Jakob der Luegner

Ein komisch-tragischer Film. Basierend auf dem Roman von Jurek Becker. Schauplatz ist ein osteuropäisches Ghetto im Jahr 1944. Jakob möchte seinen Leidensgefährten angesichts des Vormarsches der Roten Armee Hoffnung machen. Im Dienstraum der Gestapo hatte er entsprechende Meldungen aufgeschnappt. Jakob behauptet nun, heimlich ein Radio zu besitzen und erfindet ermutigende Nachrichten. Selbstmorde, zu denen Ghettobewohner immer wieder getrieben wurden, hören auf. Damit diese Hoffung bleibt, muss Jakob immer weiter lügen. Eines Tages entdeckt ein kleines Mädchen, dass Jakob gar kein Radio besitzt und alle Nachrichten erfunden waren. Das Ghetto befindet sich kurz vor der Deportation, doch die Menschen klammern sich weiter an Jakobs Lügen.

Als einzigster DEFA- Film war "Jakob der Lügner" für einen Oskar nominiert.

[Regie: Frank Beyer/ Produzent DEFA-Studio für Spielfilme, Fernsehen der DDR/ Darsteller Vlastimil Brodsky (Jakob), Erwin Geschonneck (Kowalski), Henry Hübchen (Mischa), Blanche Kommerell (Rosa), Manuela Simon (Lina), Armin Mueller-Stahl (Roman Schtamm)/ Team: Jurek Becker, Joachim Werzlau, Günter Marczinkowsky, Herbert Kroiss, Erhard Grüttner]






















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